Die steinerne „Letzte Spur“ erinnert an die HIV Verstorbenen
Seit dem Jahr 2000 erinnert am Durchgang vom Dom-Innenhof zum Münsterplatz das Denkmal „Letzte Spur Aachen“ an die Opfer der Immunschwächekrankheit AIDS.
Die Virus-Erkrankung ist in den 1980er Jahren bekannt geworden. Das prominenteste Opfer war 1991 der Sänger der englischen Rockgruppe Queen Freddie Mercury, der im Alter von nur 45 Jahren verstarb.
Leider ist die Erkrankung in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit nicht mehr sehr präsent und neue medikamentöse Behandlungen haben den falschen Eindruck erweckt, die Krankheit sei heilbar oder zumindest nicht mehr tödlich.
Um den Menschen die Gefahr der Infektion mit dem HI-Virus vor Augen zu führen, hat die AIDS-Hilfe Aachen den Erinnerungsweg „Letzte Spur Aachen“ geschaffen, der bewusst kirchlichen mit weltlichem Grund und somit zwei unterschiedliche Welten verbindet und die Namen von Menschen zeigt, die an der Krankheit gestorben sind. Der Betrachter kann kurz innehalten und den Menschen gedenken, deren Lebensweg hier symbolisch fortgeführt wird.
Erstmals wurde 1992 auf der Documenta IX gezeigt, wie mit solchen Gedenkwegen Europaweit an die Verstorbenen erinnert werden kann und die Menschen für die Gefahren sensibilisiert werden sollen. Auf dem Weg am Dom wird neben 36 Aachenern auch an zwei Menschen aus Mönchengladbach erinnert, da es dort bisher keine Gedenkstätte gibt. Da die Stadt zum Bistum Aachen gehört, hat man sich für diesen Weg entschieden.
Der Künstler Tom Fecht betreut den Erinnerungsort in der Kaiserstadt im Rahmen des Projektes „Namen und Steine“ und für 200 Euro kann man dauerhaft für einen Freund oder Bekannten ein steinernes Denkmal einfügen lassen. Hiermit haben die Angehörigen und die Mitarbeiter der AIDS-Stiftung einen Anlaufpunkt, wo sie an einen Menschen denken können, den sie verloren haben.
Die Steine können bei den lokalen AIDS-Beratungsstellen bestellt werden. Die Bestellung wird dann von dort an Tom Fecht weitergeleitet. Direkt per Mail erreichbar ist der Künstler unter contact@tomfecht.com. 50 Euro der Summe werden an die lokalen AIDS-Hilfen gespendet. Die Steine werden nach ihrer Anfertigung von einem lokalen Unternehmen oder dem städtischen Tiefbauamt eingesetzt. (bw)